Körperliche und soziale Vitalisierung im Medical Wellness
Pressemitteilung Baltic College, 16. Juni 2008, 12:37
Güstrow (bc). Die unter der Federführung des Güstrower Baltic College 2007 geführten repräsentativen Unternehmensumfragen gesundheitstouristischer Destinationen lieferten Aussagen zu Veränderungstendenzen im Bereich Medical Wellness, die sich nun schrittweise einstellen.
Die Ergebnisse zeigten schon vor einem Jahr, dass die nachfrageseitige Praxis von Medical Wellness umfassender gesehen werden muss als Gesundheit. Die extrahierten Korrelationsbefunde der Untersuchung zeigten, dass Singles im Alterssegment 40 bis 60 am stärksten vertreten sind und mit ca. 85% mindestens für eine Woche Medical Wellness wahrnehmen. Diese hohe Signifikanz spricht dafür, dass neben der körperlichen Vitalisierung natürlich auch soziale Kontakt- und Anschlussmöglichkeiten mit Medical Wellness verbunden werden.
Körperliche Selbstästhetisierung und individuelle Kontaktsuche finden im Medical Wellness eine gesellschaftlich akzeptierte Kulisse und einen anspruchsvollen Erlebnisrahmen. Sie verdeutlichen, dass Medical Wellness nicht selten für die Bearbeitung sozialer und psychischer Defiziterfahrungen steht, und nicht allein für körperliche Fitness: Morgens Fango - abends Tango - eine alte Erfahrung kurativer Praxis wird im Singlemilieu von Medical Wellness beeindruckend wiederholt.
Deshalb berichten führende gesundheitstouristische Unternehmen aus ihrer Praxis, dass der Wellness-Urlaub durchaus ein reflexiver Startpunkt für persönliche Sinn- und Lebenskrisen sein kann. Daraus ergeben sich konsequenterweise besondere Anforderungs- und Kompetenzprofile für Wellness-Berater, Fitness-Trainer oder Physiotherapeuten, die diese Krisen mit ihren Kunden konstruktiv bewältigen müssen.
Aus dieser Perspektive wird im Medical Wellness-Konzept die individuelle Lebensqualität als komplexe Erlebnisstruktur bedeutsam, die neben gesundheitlichen auch persönliche, soziale und kulturelle Momente umgreift. Medical Wellness steht dann auch für kulturelle Identitätsbildung und soziale Integration, wird zu einem Cultural Wellness, je nachdem, wie die Nachfrageseite die Erhöhung der eigenen Lebensqualität für sich bewertet und vollzieht.
Für 2008 ist zu erkennen, dass der in den letzten Jahren soziologisch einschlägige Demographiewandel nun endlich die gesundheitstouristische Branche in den Griff bekommt, die Themen Alterung und Lebensqualität langlebiger Generationen stärker als bisher in den Vordergrund rücken.
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